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Ein Rückblick auf die CeBIT 2012

Die CeBIT ist gerade vorbei und ich habe keine Lust, mir am Wochenende über andere Themen Gedanken zu machen, die ich während der CeBIT nur am Rande verfolgt habe. Auch wenn es genug gäbe, zum Beispiel die Pwn2Own- und Pwnium-Wettbewerbe, denen z.B. Chrome drei Mal zum Opfer fiel, der DNS-Changer, dessen Opfern eine neue Gnadenfrist gewährt wird, ein neuer Massenangriff auf WordPress-Websites oder Neuigkeiten zu Duqu.

Sichere Cloud?!?!

Ein wichtiges Thema auf der CeBIT war die sichere Nutzung der Cloud. Die aktuellen Entwicklungen überzeugen mich dabei nicht so besonders, aber es gibt ein paar interessante Forschungsansätze. Über KASTEL habe ich ja bereits am Donnerstag berichtet, und auch Trusted Cloud, ein Technologieprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), macht einen sehr guten Eindruck. Vor allem MimoSecco dürfte interessant sein. Ich hoffe, dass wirklich das ein oder andere brauchbare Produkt dabei heraus kommt und das ganze nicht im Sande verläuft.

R2D2 und C3PO rücken näher - oder der Terminator?

In der Forschungshalle gab es außer dem bereits am Donnerstag erwähnten "Haushaltsroboter" ARMAR noch einige andere Roboter zu sehen. Übrigens konnte ich ARMAR am Donnerstag in Aktion bewundern, ver.di hat ihn wohl nicht aufgenommen. Falls er noch mal streiken will, sollte er es vielleicht bei der IG Metall versuchen. Die Funktionen aller vorgestellten Roboter zusammen genommen dürften da schon recht fähige "SF-Roboter" raus kommen. Ich bin gespannt, was sich in dem Gebiet noch alles tut.

Einen Job können einige übrigens schon jetzt übernehmen: Die können gut winken und ergäben einen brauchbaren Grüssaugust. Das sollte man vielleicht mal im Auge behalten, wer weiß schon, wann man mal einen braucht? Sie kennen ja vielleicht die Pinguine aus Madagascar: "Stur Lächeln und Winken" - das können die Roboter auch.

Wo bin ich denn gerade?

Vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen wurde awiloc vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein System zur Positionsbestimmung in WLAN-, GSM- und UMTS-Netzen. Mobile Endgeräte können damit immer genau feststellen, wo sie sich in einem Ort oder Gebäude befinden und dann "Location Based Services" bereit stellen - in einen Museum z.B. Informationen zu den betrachteten Ausstellungsstücken oder in einem Einkaufszentrum zu vorhandenen Geschäften.

Für die Messen in Frankfurt und Nürnberg wurden bereits Messenavigatoren entwickelt. Ich wäre ja dafür, dass die Hannover Messe sich auch so eine Lösung anschafft, wenn man sich nicht endlich dazu aufraffen kann, in der Forschungshalle ebenso wie in allen anderen Hallen rechtwinklige Gängen zu verwenden. Welchen Zweck die schräg durch die Halle verlaufenden Gänge haben, weiß vermutlich längst niemand mehr. Aber immerhin passt es zur Forschungshalle - man muss die Halle erst erforschen und kann nicht so einfach direkt einen Stand ansteuern.

Erinnerungen...

Ich bekomme in der Forschungshalle auch immer nostalgische Gefühle - die ist zumindest gefühlt fast so unübersichtlich wie früher die Halle 1. Zum Glück ist sie nicht auch fast so gross. Und was die Halle 1 betrifft: Auch wenn das die eigentliche CeBIT-Halle und damit quasi die "Mutter" der jetzigen CeBIT ist bin ich froh, dass sie nicht mehr für die CeBIT genutzt wird. Da habe ich zwar vieles gefunden, meist aber nicht das, was ich gesucht habe. Und die Standbezeichnungen haben mich immer irgendwie an eine Mischung aus 3-D-Schach und -"Schiffe versenken" erinnert: "4g2 5d2" - "Schach, versenkt!"

Dies Jahr war für mich übrigens ein Jubiläum, was mir aber erst jetzt aufgefallen ist: 1987 war ich das erste Mal auf der CeBIT - das war die legendäre "SchneeBIT", auf der wg. eines starken Wintereinbruchs kurz vor Messebeginn viele Hallen leere Flächen aufwiesen, da die Stände mangels Material nicht aufgebaut werden konnten. Eigentlich kein großer Unterschied zu Heute, nur dass die Leerflächen jetzt z.B. 1/4 - 1/3 der Hallen 11, 12 und 13 ausmachen und von vornherein eingeplant sind. Wie ich schon letztes Jahr schrieb: Da gibt es viel Platz zum Schrumpfen. Auch wenn es dieses Jahr nicht ganz so auffällig war.

Samstags geschäftlich auf die CeBIT? Besser nicht!

Da ich es nicht geschafft habe, alle mich interessierenden Aussteller während der Woche zu besuchen und auch noch zusätzliche Fragen aufgetaucht sind, war ich auch am Samstag noch mal zur CeBIT. Das hätte ich mir fast sparen können, viel habe ich nicht erreicht. Auf einigen Ständen waren die kompetenten Ansprechpartner schon nicht mehr da oder extrem unmotiviert. Da ich auf der CeBIT aus gutem Grund nicht mit Hemd&Krawatte und dünnem Sakko rum laufe, sondern Pullover und Winterjacke bevorzuge (wer das typische CeBIT-Wetter kennt, weiß warum), lande ich auch schnell mal in der falschen Schublade, zumindest am letzten Messetag. Was im Zweifelsfall dann eben Pech für den Aussteller ist, es gibt ja i.A. genug Alternativen. Wirkliche Alleinstellungsmerkmale haben doch die wenigsten Aussteller.

Insgesamt hat sich die CeBIT für mich gelohnt, der letzte Tag hat aber wenig dazu beigetragen. Nächstes Jahr sollte ich wirklich versuchen, alles von Dienstag bis Freitag zu erledigen und den Samstag zur Erholung nutzen. Das habe ich mir allerdings schon öfter vorgenommen...

Carsten Eilers

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